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Resultate zum Thema: Selbstorganisation

Selbstorganisation

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Selbstorganisation ist eine Form der Systementwicklung, bei der die formgebenden beschränkenden Einflüsse von den Elementen des sich organisierenden Systems selbst ausgehen.

Selbstorganisation ist das spontane Auftreten neuer, stabiler, hoch effizienter Strukturen und Verhaltensweisen (Musterbildung) in offenen Systemen die sich fern vom thermodynamischen Gleichgewicht befinden. Dem System muss dabei Energie zugeführt werden. Es verändert seine grundlegende Struktur als Funktion seiner Erfahrung und seiner Umwelt.
Die interagierenden Teilnehmer (Systemkomponenten, Agenten) handeln nach einfachen Regeln und erschaffen dabei aus Chaos Ordnung, ohne eine Vision von der gesamten Entwicklung haben zu müssen.

Ein einfacher Fall von (physikalischer) Selbstorganisation ist z. B. das Auftreten von Konvektionszellen beim Erhitzen von Flüssigkeiten (Bénard-Experiment).

Das Konzept der Selbstorganisation findet man in verschiedenen Wissenschaftsbereichen wie z. B. Chemie (Belousov-Zhabotinski-Reaktion), Biologie, Soziologie usw.

Kriterien

Um von Selbstorganisation sprechen zu können, müssen folgende (nicht voneinander unabhängige) Kriterien erfüllt sein:
» Die Evolution eines Systems in eine räumlich/zeitlich organisierte Strukturbildung ohne äußeres Zutun
» Die autonome Bewegung in immer kleinere Regionen des Phasenraumes (sogenannte Attraktoren)
» Die Entwicklung von Korrelationen oder raumzeitlichen Mustern zwischen vorher unabhängigen Variablen, deren Entwicklung nur unter dem Einfluss lokaler Regeln steht

Eine Stichwortliste muss folgende Begriffe umfassen

» Abwesenheit von externer Kontrolle (Autonomie)
» Dynamik (zeitliche Evolution)
» Fluktuationen (Rauschen)
» Symmetriebrechung (Verlust von Freiheitsgraden)
» Globale Ordnung (Emergenz aus lokalen Interaktionen)
» Dissipation (Energieumsatz jenseits des Equilibriums)
» Instabilität (Nichtlinearität, positive Rückkopplung)
» Multiple Gleichgewichtszustände (Mehrere mögliche Attraktoren)
» Kritizität (Phasenübergänge)
» Redundanz / Homoiostase / Selbsterhaltung / Autopoiese (Unempfindlichkeit gegenüber Störungen, Reparaturmechanismen)
» Adaptation (Anpassung an Veränderungen der Umgebung)
» Komplexität
» Hierarchischer Aufbau

Geschichte und Entwicklung


Der Begriff der Selbstorganisation wurde in den 1950er von W. A. Clark und B. G. Farley geprägt:
: "Sie erkannten, daß sich Operatoren, die in einer geschlossenen Beziehung stehen, irgendwie stabilisieren und beobachteten – noch ohne eine Theorie der rekursiven Funktionen oder des Eigenwertes zu kennen – das Phänomen, daß bestimme geschlossene Systeme nach einer gewissen Zeit stabile Formen des Verhaltens entwickeln" (Heinz von Foerster und Bernhard Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners, 1998, S. 92).

Siehe auch


» Komplexitätstheorie,
» Chaostheorie und Systemtheorie,
» dissipative Struktur,
» Ilya Prigogine,
» Synergetik und Kybernetik,
» Gestalttheorie,
» Genetische Algorithmen,
» Game of Life

Weblinks

» http://www.calresco.org/sos/sosfaq.htm FAQ self-organizing systems (englisch)



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