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Renaissance
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Das französische Wort Renaissance bedeutet "Wiedergeburt". Der Begriff wurde um 1820/30 von den Franzosen zunächst aus dem italienischen rinascimento abgeleitet und dann im deutschsprachigen Schrifttum um 1840 aus dem Französischen entlehnt, um eine kulturgeschichtliche Epoche Europas während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit zu benennen.
Die Epoche der Renaissance wird so bezeichnet, weil die Wiedergeburt der Antike eines der Ideale jener Zeit war. Diese Wiedergeburt des antiken Geistes schlug sich besonders in den Künsten und ihren neuen, als fortschrittlich empfundenen Prinzipien nieder. Der Renaissance voraus ging die kunstgeschichtliche Epoche der Gotik, der Renaissance folgte der Barock.
Neben der Epoche der Renaissance, die als geistige Bewegung im 14. Jahrhundert einsetzt und sich seit dem 15. Jahrhundert im europäischen Abendland vor allem in der Kunst manifestiert, unterscheiden manche Experten auch noch die so genannten mittelalterlichen Renaissancen:
» die Karolingische Renaissance des 8. und 9. Jahrhunderts,
» die Ottonische Renaissance des 10. und 11. Jahrhunderts,
» die Protorenaissance in der Toskana und im Südfrankreich des 11. bis 13. Jahrhunderts sowie
» die süditalienischen Renaissancen unter dem Stauferkaiser Friedrich II. (HRR) in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Dies zeigt, dass die antike Tradition auch im Mittelalter noch präsent gewesen und niemals ganz abgerissen ist.
| | Wiedergeburt des antiken Geistes |
Die Renaissance-Philosophie wendet sich vom scholastisch verchristlichten aristotelischen Denken ab und ist vor allem dem Platonismus verpflichtet. Sämtliche Schriften Platons wurden ins Lateinische übersetzt. Viele Denker der Renaissance hängen dem Neuplatonismus an, der durch Marsilio Ficino und Giovanni Pico della Mirandola verbreitet wird. Eine weitere große philosophische Richtung der Renaissance war der Humanismus.
Vertreter des humanistischen Denkens sind unter anderem:
» Erasmus von Rotterdam (1466-1536)
» Niccolò Machiavelli (1469-1527)
» Thomas Morus (1478-1535)
In der Kunst waren Brunelleschi, Ghiberti und Donatello die Bahnbrecher der neuen Richtung, die schon im 13. und 14. Jahrhundert in den Pisani und in Giotto und anderen Künstlern ihre Vorläufer gehabt hatte (Protorenaissance). Grob kann man sagen: In Italien wird die Zeit etwa von 1420 bis 1600 als Renaissance bezeichnet, im übrigen Europa etwa die Zeit von 1500 bis 1600.
Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur, die einen wichtigen Aspekt in der Entwicklungsgeschichte der Renaissancekunst darstellt. Schon vor Vasari hatten Dichter wie Boccaccio den Maler Giotto dafür gerühmt, dass er die Dinge so naturgetreu wie niemand vor ihm abzubilden verstand. Die Tendenz, Gegenstände und Personen der Natur gemäß zu gestalten, war seitdem ein Hauptanliegen der Künstler. In nahezu perfekter Ausprägung gelang ihnen eine solche naturalistische Darstellungsweise allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert. Daher beschränken Kunsthistoriker den Renaissancebegriff meist nur auf die Kunstäußerungen des 15. Jahrhunderts, des Quattrocento, und auf die des 16. Jahrhunderts, des Cinquecento.
Eng mit der Forderung nach der Naturwahrheit in der Kunst hängt das Bekenntnis der Künstler zur Antike zusammen. Man bewunderte die antiken Kunstwerke als mustergültige Beispiele naturgemäßer Gestaltung und damit als nachzuahmende Beispiele dafür, wie man selbst die Natur darzustellen hatte. Der italienische Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti forderte darüber hinaus, dass sich die Künstler darum bemühen sollten, "den antiken Meistern nicht nur gleichzukommen, sondern sie womöglich noch zu übertreffen". Das heißt: Gute Kunst sollte das, was einem die Realität bietet, nicht getreu abbilden, sondern versuchen, das Naturvorbild zu verbessern und zu idealisieren.
Neben der Neubestimmung des Verhältnisses der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance also auch die Frage nach dem Wesen der Schönheit. Die Künstler versuchen z.B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen.
Üblicherweise teilt man die kunstgeschichtliche Epoche der Renaissance, vor allem die italienische Renaissance, in drei Perioden ein:
» Frührenaissance
» Hochrenaissance
» Spätrenaissance oder Manierismus
Den ersten Abschnitt der Renaissance nennt man Frührenaissance (von etwa 1420 bis 1490/1500). Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in Florenz mit den Skulpturen Donatellos, den Bronzereliefs Ghibertis, den Fresken Masaccios und den Bauten Filippo Brunelleschis. Die Zeit von ca. 1490/1500 bis 1520 bezeichnet man als Hochrenaissance. Zentrum dieser Periode, die sich durch das Streben nach höchster Vollkommenheit und Harmonie in der Kunst auszeichnet, ist das päpstliche Rom. In diese Zeit fallen Bramantes Zentralbau-Entwürfe für die neue Peterskirche in Rom, Leonardo da Vincis berühmteste Bilder ("Abendmahl"; "Mona Lisa"), Raffaels Ausmalung der "Stanzen" (der Gemächer des Papstes) und sein berühmtestes Altarbild, die "Sixtinische Madonna", Michelangelos Skulpturen ("David", "Moses") und seine Fresko an der Decke der Sixtinische Kapelle sowie Albrecht Dürers Meisterstiche. Es folgt die etwa bis 1590 reichende Periode der Spätrenaissance oder des Manierismus, die durch unterschiedliche künstlerische Tendenzen gekennzeichnet ist. So neigt der Manierismus zu Übertreibungen des Formenrepertoires der Hochrenaissance (z.B. übertriebene Raumfluchten, überlange und verdreht dargestellte menschliche Körper in heftiger Bewegung). Ein Merkmal des Manierismus ist z.B. die Figura serpentinata, wie sie der Bildhauer Giovanni da Bologna in seinem "Raub der Sabinerin" (1583) dargestellt hat. Menschliche Gestalten werden dabei als sich schlangenartig nach oben windende Körper wiedergegeben. Die letzte Phase der Spätrenaissance geht dann allmählich in den Barockstil über.
Doch nicht überall in Europa läuft die Epoche der Renaissance nach einem identischen Muster ab. Während in Italien der Geist der Renaissance am frühesten einsetzte, besonders blühte und gleichermaßen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Architektur nahm, begann im Norden die Renaissance erst um oder nach 1500 und konnte sich hier nur bedingt und mit nationalem Einschlag durchsetzen. Auch sind in den Ländern außerhalb Italiens mehr die Architektur und Bildhauerkunst als die Malerei stärker von der Antike beeinflusst worden. In Frankreich und Deutschland vermischte sich der antike Stil mit nationalen Elementen, welche in der ersten Epoche der Renaissance, der Frührenaissance, naturgemäß stärker hervortraten als in der Periode der Spätrenaissance, welche die antiken Formen üppiger und kräftiger ausbildete und so zu den Übertreibungen des Barockstils überleitete. Eine nationale Färbung hat die Renaissance auch in den Niederlanden, in England und in Spanien erfahren.
Wichtige Renaissancekünstler:
» Lorenzo Ghiberti (1381-1455)
» Donatello (1386-1466)
» Fra Angelico (1387-1455)
» Paolo Uccello (1397-1475)
» Hans Multscher (ca. 1400-1467)
» Masaccio (1401-1428)
» Leon Battista Alberti (1404-1472)
» Andrea Mantegna (1431-1506)
» Andrea Verrocchio (1436-1488)
» Meckenem, Israhel van, d. J. (1440/45-1503)
» Donato Bramante (ca. 1444-1514)
» Sandro Botticelli (1444/1445-1510)
» Giuliano da Sangallo (1445-1516)
» Domenico Ghirlandajo (1449-1494)
» Pietro Perugino (ca. 1448-1523)
» Leonardo da Vinci (1452-1519)
» Luca Signorelli (ca. 1450-1523)
» Andrea Sansovino (1460-1529)
» Hans Holbein der Ältere (c.1465-1524)
» Albrecht Dürer (1471-1528)
» Lucas Cranach der Ältere (1472-1553)
» Fra Bartolommeo (1474-1517)
» Michelangelo (1475-1564)
» Tizian (1477-1576)
» Giorgione (c.1477-1510)
» Albrecht Altdorfer (1480-1538)
» Raffael (1483-1520)
» Antonio da Sangallo (1485-1546)
» Andrea del Sarto (1486-1531)
» Jacopo Sansovino (1486-1570)
» Correggio (1489-1534)
» Lucas von Leyden (1494-1533)
» Hans Holbein der Jüngere (c.1497-1543)
» Heinrich Aldegrever (1502 -1555/61)
» Parmigianino (1503-1540)
» Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586)
» Tintoretto (1518-1594)
» Pieter Bruegel der Ältere (c.1525-1569)
Kunst
In der Kunst waren Brunelleschi, Ghiberti und Donatello die Bahnbrecher der neuen Richtung, die schon im 13. und 14. Jahrhundert in den Pisani und in Giotto und anderen Künstlern ihre Vorläufer gehabt hatte (Protorenaissance). Grob kann man sagen: In Italien wird die Zeit etwa von 1420 bis 1600 als Renaissance bezeichnet, im übrigen Europa etwa die Zeit von 1500 bis 1600.
Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur, die einen wichtigen Aspekt in der Entwicklungsgeschichte der Renaissancekunst darstellt. Schon vor Vasari hatten Dichter wie Boccaccio den Maler Giotto dafür gerühmt, dass er die Dinge so naturgetreu wie niemand vor ihm abzubilden verstand. Die Tendenz, Gegenstände und Personen der Natur gemäß zu gestalten, war seitdem ein Hauptanliegen der Künstler. In nahezu perfekter Ausprägung gelang ihnen eine solche naturalistische Darstellungsweise allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert. Daher beschränken Kunsthistoriker den Renaissancebegriff meist nur auf die Kunstäußerungen des 15. Jahrhunderts, des Quattrocento, und auf die des 16. Jahrhunderts, des Cinquecento.
Eng mit der Forderung nach der Naturwahrheit in der Kunst hängt das Bekenntnis der Künstler zur Antike zusammen. Man bewunderte die antiken Kunstwerke als mustergültige Beispiele naturgemäßer Gestaltung und damit als nachzuahmende Beispiele dafür, wie man selbst die Natur darzustellen hatte. Der italienische Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti forderte darüber hinaus, dass sich die Künstler darum bemühen sollten, "den antiken Meistern nicht nur gleichzukommen, sondern sie womöglich noch zu übertreffen". Das heißt: Gute Kunst sollte das, was einem die Realität bietet, nicht getreu abbilden, sondern versuchen, das Naturvorbild zu verbessern und zu idealisieren.
Neben der Neubestimmung des Verhältnisses der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance also auch die Frage nach dem Wesen der Schönheit. Die Künstler versuchen z.B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen.
Üblicherweise teilt man die kunstgeschichtliche Epoche der Renaissance, vor allem die italienische Renaissance, in drei Perioden ein:
Frührenaissance
Hochrenaissance
Spätrenaissance oder Manierismus
Den ersten Abschnitt der Renaissance nennt man Frührenaissance (von etwa 1420 bis 1490/1500). Sie nimmt ihren Ausgangspunkt in Florenz mit den Skulpturen Donatellos, den Bronzereliefs Ghibertis, den Fresken Masaccios und den Bauten Filippo Brunelleschis. Die Zeit von ca. 1490/1500 bis 1520 bezeichnet man als Hochrenaissance. Zentrum dieser Periode, die sich durch das Streben nach höchster Vollkommenheit und Harmonie in der Kunst auszeichnet, ist das päpstliche Rom. In diese Zeit fallen Bramantes Zentralbau-Entwürfe für die neue Peterskirche in Rom, Leonardo da Vincis berühmteste Bilder ("Abendmahl"; "Mona Lisa"), Raffaels Ausmalung der "Stanzen" (der Gemächer des Papstes) und sein berühmtestes Altarbild, die "Sixtinische Madonna", Michelangelos Skulpturen ("David", "Moses") und seine Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle sowie Dürers Meisterstiche. Es folgt die etwa bis 1590 reichende Periode der Spätrenaissance oder des Manierismus, die durch unterschiedliche künstlerische Tendenzen gekennzeichnet ist. So neigt der Manierismus zu Übertreibungen des Formenrepertoires der Hochrenaissance (z.B. übertriebene Raumfluchten, überlange und verdreht dargestellte menschliche Körper in heftiger Bewegung). Ein Merkmal des Manierismus ist z.B. die Figura serpentinata, wie sie der Bildhauer Giovanni da Bologna in seinem "Raub der Sabinerin" (1583) dargestellt hat. Menschliche Gestalten werden dabei als sich schlangenartig nach oben windende Körper wiedergegeben. Die letzte Phase der Spätrenaissance geht dann allmählich in den Barockstil über.
Doch nicht überall in Europa läuft die Epoche der Renaissance nach einem identischen Muster ab. Während in Italien der Geist der Renaissance am frühesten einsetzte, besonders blühte und gleichermaßen Einfluss auf die Malerei, Bildhauerei und Architektur nahm, begann im Norden die Renaissance erst um oder nach 1500 und konnte sich hier nur bedingt und mit nationalem Einschlag durchsetzen. Auch sind in den Ländern außerhalb Italiens mehr die Architektur und Bildhauerkunst als die Malerei stärker von der Antike beeinflusst worden. In Frankreich und Deutschland vermischte sich der antike Stil mit nationalen Elementen, welche in der ersten Epoche der Renaissance, der Frührenaissance, naturgemäß stärker hervortraten als in der Periode der Spätrenaissance, welche die antiken Formen üppiger und kräftiger ausbildete und so zu den Übertreibungen des Barockstils überleitete. Eine nationale Färbung hat die Renaissance auch in den Niederlanden, in England und in Spanien erfahren.
Die Bildhauer der Renaissance schaffen vor allem Standfiguren und Bildnis-Büsten. Auf den Plätzen der Städte werden Monumentalplastiken, z.B. in Form von Reiterstandbildern aufgestellt. Die Grabplastik für weltliche und geistliche Würdenträger verbindet - z.B. in Form eines Wandgrabmals - die Skulptur mit der Architektur zu einem Gesamtkunstwerk.
Renaissancebildhauer orientieren sich bei ihrer Arbeit an antiken Vorbildern. Skulpturen werden allseitig durchmodelliert, der Mensch in seiner Nacktheit dargestellt, die Beinstellung erfolgt oft im klassischer Kontrapost. Anatomische Vorstudien dienen dazu, den menschlichen Körper wirklichkeitsgetreu wiederzugeben.
Prinzipiell kann man in der Architektur der Renaissance zwei Tendenzen ausmachen. Die eine besteht darin, die Formensprache der Antike in voller Strenge wieder zu beleben. In Italien war dieses Ziel mit der Hochrenaissance durch Donato Bramante gegen 1500 erreicht und setzte sich von da an in ganz Italien durch. Italienische Renaissancebauten wurden klar, überschaubar und harmonisch ausgewogen konzipiert. Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der Antike. Daneben kommt es zu eigenen, von antiken Vorbildern abgeleiteten Entwicklungen, etwa der Toskanische Ordnung. Die einzelnen Bauglieder hatten unter sich und mit dem ganzen Gebäude in Übereinstimmung zu stehen. Man studiert die Architektur-Traktate des römischen Baumeisters Vitruv, um daraus Anhaltspunkte für idealschöne Proportionen zu gewinnen.
Die zweite Tendenz besteht darin, der Antike entlehnte, aber auch neue formensprachliche Elemente im Sinne der mittelalterliche Baukunst in analogischer Weise zu variieren, ohne eine streng gesetzmäßige Baukunst anzustreben. Auf der Seite der Architekturtheorie findet sich erstere Tendenz im Architekturtraktat wieder, zweitere im Musterbuch. Generell kann gesagt werden, dass je stärker eine Kultur im nordisch geprägten Mittelalter verwurzelt war, desto beharrlicher an der analogischen Form der Renaissance festgehalten wurde, d.h. vor allem im mittel- und nordeuropäischen Raum.
In Frankreich war die klassische Strenge der Hochrenaissance gegen 1550 eingeholt (vgl. Westflügel des Louvre 1550 - 1558 durch Pierre Lescot).
Auf der iberischen Halbinsel bilden beide Tendenzen ein Nebeneinander, dass sich bis in die Barockzeit fortsetzt. Im germanischen Europa kam es teilweise zu einer Vermischung beider Tendenzen (z.B. Heidelberg Schloss), jedoch blieb die analogische Form der Renaissance bis zum Schluss dominant.
Entsprechend diesen beiden Tendenzen muss man auch unterschiedliche Stilkriterien ansetzen:
Antikische Renaissance
» Akademisch korrekte Säulenordnungen nach dem Vorbild Vitruvs.
» Betonung der Horizontalen
» Säulenschäfte nach dem Vorbild der Antike entweder kanneliert oder glatt.
» Arkaden statt Kolonnade.
» Grundrisse und Fassaden mit Rücksicht auf Symmetrie und Regelmäßigkeit gestaltet.
» Der Architekt versteht sich als Künstler und gehört der gebildeten Oberschicht an.
Analogische Renaissance (Früh- bzw. nordische Renaissance)
» Die Nachahmung antiker Bauelemente wie Gesimse, Kapitelle geschieht nicht in voller Strenge, sondern gemäß der mittelalterlichen Baupraxis nur imitatorisch-variierend.
» Häufig reiche Ornamentierungen durch Maßwerk, Arabesken, später durch Rollwerk, Beschlagwerk, Schweifwerk u.a.
» Vertikale in der Tradition der Gotik nach wie vor stark betont
» Soziologisch der Tradition mittelalterlicher Handwerksbetriebe verpflichtet. Die Baumeister waren in der Regel keine Intellektuellen wie in Italien.
» Säulenschäfte werden oft noch zusätzlich mit Ornament überzogen.
» Kolonnade statt Arkaden.
» Oft asymmetrische Grundrisse und Fassaden.
Bedeutsam in Deutschland für diesen Stil ist die Weserrenaissance, die im Einzugsgebiet der Weser weite Verbreitung fand. Zu nennen wären insbesondere das Stadtensemble in Wolfenbüttel, die Schlösser in Hämelschenburg, Bückeburg, Celle, Wolfsburg und Gifhorn, das nicht mehr existierende ehemalige Schloss in Rotenburg (Wümme), Viele Bürger- und Rathaus-Fassaden (Rathaus in Bremen (Stadt), Leibnitzhaus in Hannover (Stadt), viele weitere Bauwerke vor allem in Niedersachsen)
Zu den ältesten Renaissance-Bauten Deutschlands zählt Schloss Hartenfels in Torgau. Zwischen 1533 und 1544 erfolgten Um- und Erweiterungsbauten im Stil der Frührenaissance.
| | Dichter und Schriftsteller der Renaissance |
In der Literatur leiten im 14. Jahrhundert Dante Alighieris "Göttliche Komödie" (La Divina Commedia, 1307-21), Francesco Petrarcas Briefe, Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone (1353) das Zeitalter der Renaissance ein. Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Cortegiano (1528) den Idealtypus eines Renaissancemenschen.
Man darf auch nicht vergessen, dass die Literatur nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg in der Renaissancezeit einen ungeheuren Aufschwung nahm.
Zu den berühmten Dichtern und Schriftstellern der Renaissance zählen:
» Dante Alighieri (1265-1321)
» Francesco Petrarca (1304-1374)
» Giovanni Boccaccio (1313-1375)
» Angelo Poliziano (1454-1494)
» Ludovico Ariosto (1474-1533)
» Baldassare Castiglione (1478-1529)
» Pietro Aretino (1492-1556)
» Torquato Tasso (1544-1595)
» François Rabelais (1494-1553)
» Sebastian Brant (1457-1521)
» Erasmus von Rotterdam (ca. 1466-1536)
» Thomas Murner (1475-1537)
» Philipp Melanchthon (1497-1560)
» Sebastian Franck (1500-1543)
Die Musik der Renaissance war zunächst durch die Niederländische Polyphonie bestimmt, ab der Mitte des 16. Jahrhunderts kamen die wesentlichen Impulse dann aus Italien, besonders durch Komponistenströmungen wie die Florentiner Camerata, die Römische Schule und die Venezianische Schule.
Auswahl von Komponisten der Renaissance:
» Guilliaume Dufay (1400-1474)
» Johannes Ockeghem (1425-1497)
» Josquin Desprez (1440-1505)
» Heinrich Isaac (1450-1517)
» Jacob Obrecht (1450-1505)
» Paul Hofhaimer (1459-1537)
» Ludwig Senfl (1486-1543)
» Thomas Tallis (1505-1585)
» Hans Neusiedler (1508-1563)
» Giovanni da Palestrina (ca. 1525 - 1594)
» Orlando di Lasso (1532 - 1594)
Besondere Eigenschaften und Stilmittel der Musik-Renaissance:
» Gegenüber der mittelalterlichen Musik geändertes Harmonie-Empfinden: Terzen und Sexten werden seit der Renaissance als Konsonanz empfunden.
» Verwendung des Neapolitaners als Schlusssequenz
Ökonomisch kann die Renaissance charakterisiert werden durch die Durchbrechung des mittelalterlichen Zinsverbots und der Abschaffung der mittelalterlichen Brakteatenwährung. Dies ermöglichte einerseits den Aufstieg der frühneuzeitlichen Bankhäuser wie der Fugger (Familie) oder der Medici, andererseits bedeutete das für viele -- insbesondere für die Landbevölkerung -- einen beträchtlichen sozialen Abstieg. Die sich daraus ergebenden sozialen Spannungen entluden sich u.a. durch die Bauernkriege.
Die Einführung der Doppelte Buchführung in Konten (Doppik) erlaubte eine sehr viel stärkere Kontrolle des Erfolges wirtschaftlicher Unternehmungen. Auch dies trug wesentlich zum Aufstieg von Medici und Fuggern bei.
» Jakob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien (1860). 2. Auflage Leipzig 1869.
» Hubert Janitschek: Die Gesellschaft der Renaissance in Italien und die Kunst. Stuttgart 1879.
» Heinrich Wölfflin: Die klassische Kunst. München 1898.
» Johan Huizinga: Das Problem der Renaissance. Tübingen 1953.
» Walter Paatz: Die Kunst der Renaissance in Italien. Stuttgart 1953.
» Chastel, André: Italienische Renaissance. München 1965.
» Chastel, André: Der Mythos der Renaissance. Genf 1969.
» Georg Kauffmann: Die Kunst des 16. Jahrhunderts. 1970.
» Jan Bialostocki: Spätmittelalter und beginnende Neuzeit. 1972.
» Paul O. Kristeller: Humanismus und Renaissance. 2 Bände. München 1976-1980.
» Manfred Wundram: Renaissance. München 1978.
» Erwin Panofsky: Die Renaissancen der europäischen Kunst. Frankfurt am Main 1979.
» Leonid M. Batkin: Die historische Gesamtheit der italienischen Renaissance. Dresden 1979.
» Denys Hay: Die Renaissance. Die Rückwendung zur Antike. München 1980.
» Edgar Wind: Heidnische Mysterien in der Renaissance. Frankfurt am Main 1981.
» Ludwig H. Heydenreich: Studien zur Architektur der Renaissance. München 1981.
» Ernst H. Gombrich: Die Kunst der Renaissance I-IV. Stuttgart 1985-1988.
» Michael Jäger: Die Theorie des Schönen in der italienischen Renaissance. Köln 1990.
» Peter Burke: Die europäische Renaissance. Zentren und Peripherien. München 1998.
» Richard Heinrich: Einführung in die Philosophie der Renaissance
» Frührenaissance
» Hochrenaissance
» Webmuseum Paris: La Renaissance (engl.)
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